Kunst- und Kulturprojekte
17 JAHRE – 17 DINGE: FELDAFING 1934 – 1951
VILLENKOLONIE. NS-ELITESCHULE. LAZARETT. DP-LAGER.
Ausstellung vom 26. April bis 11. Mai 2025 im Palmenhaus der Villa Waldberta in Feldafing
Mit der Ausstellung 17 JAHRE – 17 DINGE hat sich das Palmenhaus der Villa Waldberta in einen temporären Erinnerungsort verwandelt. Die denkmalgeschützte Villa ist heute ein internationales Stipendiatenhaus der Stadt München. Sie ist aber gleichzeitig Zeugin der Geschichte des 20. Jahrhunderts, die sich in Feldafing auf ungewöhnliche Weise verdichtete. In der Ausstellung stehen 17 Dinge aus Feldafing exemplarisch für die 17 Jahre von 1934 bis 1951, in denen aus der großbürgerlichen Villenkolonie eine NS-Eliteschule, ein Lazaratt und dann ein Lager für Displaced Persons (DPs) wurde. Die Exponate sind verknüpft mit den Biografien von zehn Menschen, die irgendwann in dieser Zeit in Feldafing waren. Die Ausstellung ist Teil des Projekts 1945 – 2025 STUNDE NULL? WIE WIR WURDEN, WAS WIR SIND der Stadt München.
Von A bis Z: Herbert Achternbusch und Bernd Zimmer
Ausstellung in der Villa de Osa vom 16.06. bis 03.07.2022
Zum 1200. Geburtstag von Berg öffnen sich die seit Jahren verschlossenen Türen der denkmalgeschützten Villa de Osa für die Ausstellung „Von A bis Z“ mit Bildern von Herbert Achternbusch und Bernd Zimmer. Mit dem Bildhauer Gerd Jäger und der Malerin Hannelore Jüterbock wird außerdem an zwei verstorbene Künstler aus Berg erinnert. Das Ausstellungsprojekt wird vom Kulturbeauftragten der Gemeinde Berg Dr. Andreas Ammer und der Kunsthistorikerin Katja Sebald zusammen mit Bergs dritter Bürgermeisterin Elke Link und dem Gestalter Jörn Kachelriess kuratiert, die vor fünf Jahren auch die Oskar-Maria-Graf-Festtage in Berg organisierten.
Als Herbert Achternbusch zu malen anfing, segelte Bernd Zimmer auf dem Starnberger See. Als Achternbusch im München der Siebziger Jahre mit seinen Filmen einen Skandal nach dem anderen provozierte, begann Zimmer in Berlin zu malen. Während Zimmer und die „Neuen Wilden“ in den Achtzigern die Berliner Kulturszene aufmischten, nahm Achternbusch jahrelang keinen Pinsel mehr in die Hand. Erst als ihm das Geld ausging, wurde er wieder Maler. Auf den ersten Blick haben seine expressiv-figürlichen Bilderzählungen nichts mit Zimmers farbstarken Landschafts- und Natureindrücken zu tun. Und doch treten die Arbeiten dieser so unterschiedlichen Künstler in der leerstehenden Villa de Osa in einen spannenden Dialog.
„Diese Gegend hat mich kaputt gemacht und ich bleibe so lange, bis man ihr das anmerkt“, sagte der Filmemacher und Maler Herbert Achternbusch (1938 – 2022) einst über den Starnberger See. Es ist einer der Sätze, die ihn berühmt und zumindest ein kleines bisschen unsterblich gemacht haben. Hätte Achternbusch die Gegend um den Starnberger See nicht so inbrünstig geliebt und gehasst, dann wäre Bayern heute nicht das, was es ist.
Der Maler Bernd Zimmer, Jahrgang 1948, ist am Starnberger See aufgewachsen und bereiste die ganze Welt. Die Beschäftigung mit fremden Kulturen oder mit Astronomie und Physik, vor allem aber Berge und Seen, glühende Wüstenlandschaften und üppige Vegetationen inspirieren ihn zu seinen Bildern. Im oberbayerischen Pfaffenwinkel, wo er seit vielen Jahren lebt, veränderte er schließlich selbst die Landschaft: Für das „Weltkunstwerk“ STOA169 schufen Künstler aller Kontinente je eine Säule.
Die Ausstellung war vom 17. Juni bis 3. Juli 2022 jeweils von Freitag bis Sonntag von 14 bis 19 Uhr geöffnet.
Malerisch! Die Ausstellung zum Villenbuch
Die Ausstellung im Museum Starnberger See vom 19.09.2021 bis 06.03.2022
Historische Villen und Landhäuser prägen bis heute die Landschaft rund um den Starnberger See. Das gesellschaftliche Leben in den Sommerhäusern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist zugleich ein bedeutendes Stück Kulturgeschichte. Die Ausstellung „malerisch! Künstler und Villen am Starnberger See“ vermittelt einen gleichsam privaten Blick in Salons und Gärten von Adligen, Großbürgern und nicht zuletzt auch von Künstlern.
Die Ausstellung, die vom 19.9.2021 bis zum 6.3.2022 im Museum Starnberger See zu sehen ist, basiert auf dem Buch „Sehnsucht Starnberger See. Villen und ihre berühmten Bewohner im Porträt“ (Allitera 2021) und entsteht in Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin Katja Sebald. Der Fokus der Ausstellung liegt auf 14 Villen, die von Künstlern bewohnt, besucht oder gemalt wurden. Zu sehen sind berühmte und weniger berühmte Gemälde, die historische Villen oder ihre Bewohner darstellen, aber auch Bilder, die seit vielen Jahren in privaten Räumen hängen und noch nie öffentlich gezeigt wurden.
In der ersten Wahrnehmung ein „Kunstsalon“, vereint die Ausstellung Gemälde von größtem kunsthistorischen Wert und Bilder, die vor allem als Zeitdokumente wertvoll sind. Sie zeigen Freundschaften zwischen Künstlern und ihren Auftraggebern auf, sie erzählen von Besuchen, von Sommeraufenthalten und von Festlichkeiten rund um den See – und nicht zuletzt von gesellschaftlichen Konventionen.
So ist die Tatsache, dass nur zwei Künstlerinnen in dieser Ausstellung vertreten sind, vor allem dem Umstand geschuldet, dass Frauen bis ins 20. Jahrhundert eine akademische Ausbildung verwehrt war.
Zu sehen sind rund vierzig Gemälde von verschiedenen Leihgebern, darunter auch aus dem Münchner Lenbachhaus das von Lovis Corinth 1899 in Bernried gemalte „Frühstück in Max Halbes Garten“ sowie „Das Wohnhaus des Künstlers in Ammerland“ von Gabriel von Max, das gleichsam exemplarisch für das sommerliche Lebensgefühl am See steht. Hochkarätige Leihgaben, unter anderem von Johann Jakob Dorner, Wilhelm Trübner und Franz von Lenbach, kommen aus Privatbesitz. Das Museum Starnberger See kann zahlreiche Exponate aus den eigenen Beständen beisteuern und eine Neuerwerbung erstmals vorstellen.
Das Kunstwerk des Monats
Kunstwerk des Monats
Das „Kunstwerk des Monats“ schafft einen Raum der Begegnung an der Schnittstelle zwischen Kunst und Religion, es will Künstler, Kulturschaffende und Kunstinteressierte vernetzen und Menschen über zeitgenössische Kunst miteinander ins Gespräch bringen. Seit Januar 2011 wird immer am zweiten Mittwoch eines Monats im Rahmen eines kleinen Empfangs im evangelischen Gemeindehaus in Berg ein Künstler mit einem ausgewählten Werk vorgestellt.
Wein und Brot sowie ein literarischer, philosophischer oder auch theologischer Text begleiten das Kunstwerk am Abend der Präsentation. Das „Kunstwerk des Monats“ wird von Katja Sebald kuratiert, es ist ein Kooperationsprojekt der Evangelischen Kirchengemeinde Berg mit dem Kulturverein Berg und wird von der Gemeinde Berg gefördert.