Kunst- und Kulturprojekte

Von A bis Z: Herbert Achternbusch und Bernd Zimmer

Von Achternbusch bis Zimmer, Juni 2022

Ausstellung in der Villa de Osa vom 16.06. bis 03.07.2022

Zum 1200. Geburtstag von Berg öffnen sich die seit Jahren verschlossenen Türen der denkmalgeschützten Villa de Osa für die Ausstellung „Von A bis Z“ mit Bildern von Herbert Achternbusch und Bernd Zimmer. Mit dem Bildhauer Gerd Jäger und der Malerin Hannelore Jüterbock wird außerdem an zwei verstorbene Künstler aus Berg erinnert. Das Ausstellungsprojekt wird vom Kulturbeauftragten der Gemeinde Berg Dr. Andreas Ammer und der Kunsthistorikerin Katja Sebald zusammen mit Bergs dritter Bürgermeisterin Elke Link und dem Gestalter Jörn Kachelriess kuratiert, die vor fünf Jahren auch die Oskar-Maria-Graf-Festtage in Berg organisierten.
 
Als Herbert Achternbusch zu malen anfing, segelte Bernd Zimmer auf dem Starnberger See. Als Achternbusch im München der Siebziger Jahre mit seinen Filmen einen Skandal nach dem anderen provozierte, begann Zimmer in Berlin zu malen. Während Zimmer und die „Neuen Wilden“ in den Achtzigern die Berliner Kulturszene aufmischten, nahm Achternbusch jahrelang keinen Pinsel mehr in die Hand. Erst als ihm das Geld ausging, wurde er wieder Maler. Auf den ersten Blick haben seine expressiv-figürlichen Bilderzählungen nichts mit Zimmers farbstarken Landschafts- und Natureindrücken zu tun. Und doch treten die Arbeiten dieser so unterschiedlichen Künstler in der leerstehenden Villa de Osa in einen spannenden Dialog.
„Diese Gegend hat mich kaputt gemacht und ich bleibe so lange, bis man ihr das anmerkt“, sagte der Filmemacher und Maler Herbert Achternbusch (1938 – 2022) einst über den Starnberger See. Es ist einer der Sätze, die ihn berühmt und zumindest ein kleines bisschen unsterblich gemacht haben. Hätte Achternbusch die Gegend um den Starnberger See nicht so inbrünstig geliebt und gehasst, dann wäre Bayern heute nicht das, was es ist. 
 
Der Maler Bernd Zimmer, Jahrgang 1948, ist am Starnberger See aufgewachsen und bereiste die ganze Welt. Die Beschäftigung mit fremden Kulturen oder mit Astronomie und Physik, vor allem aber Berge und Seen, glühende Wüstenlandschaften und üppige Vegetationen inspirieren ihn zu seinen Bildern. Im oberbayerischen Pfaffenwinkel, wo er seit vielen Jahren lebt, veränderte er schließlich selbst die Landschaft: Für das „Weltkunstwerk“ STOA169 schufen Künstler aller Kontinente je eine Säule. 
 
Die Ausstellung ist vom 17. Juni bis 3. Juli 2022 jeweils von Freitag bis Sonntag von 14 bis 19 Uhr geöffnet.
 
Weitere Infos und Bilder unter berg1200.de

Malerisch! Ausstellung zum Villenbuch

Die Ausstellung im Museum Starnberger See vom 19.09.2021 bis 06.03.2022

Vernissage am 19.09.2021 um 15.00 Uhr

Historische Villen und Landhäuser prägen bis heute die Landschaft rund um den Starnberger See. Das gesellschaftliche Leben in den Sommerhäusern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist zugleich ein bedeutendes Stück Kulturgeschichte. Die Ausstellung „malerisch! Künstler und Villen am Starnberger See“ vermittelt einen gleichsam privaten Blick in Salons und Gärten von Adligen, Großbürgern und nicht zuletzt auch von Künstlern.

Die Ausstellung, die vom 19.9.2021 bis zum 6.3.2022 im Museum Starnberger See zu sehen ist, basiert auf dem Buch „Sehnsucht Starnberger See. Villen und ihre berühmten Bewohner im Porträt“ (Allitera 2021) und entsteht in Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin Katja Sebald. Der Fokus der Ausstellung liegt auf 14 Villen, die von Künstlern bewohnt, besucht oder gemalt wurden. Zu sehen sind berühmte und weniger berühmte Gemälde, die historische Villen oder ihre Bewohner darstellen, aber auch Bilder, die seit vielen Jahren in privaten Räumen hängen und noch nie öffentlich gezeigt wurden.

In der ersten Wahrnehmung ein „Kunstsalon“, vereint die Ausstellung Gemälde von größtem kunsthistorischen Wert und Bilder, die vor allem als Zeitdokumente wertvoll sind. Sie zeigen Freundschaften zwischen Künstlern und ihren Auftraggebern auf, sie erzählen von Besuchen, von Sommeraufenthalten und von Festlichkeiten rund um den See – und nicht zuletzt von gesellschaftlichen Konventionen.

So ist die Tatsache, dass nur zwei Künstlerinnen in dieser Ausstellung vertreten sind, vor allem dem Umstand geschuldet, dass Frauen bis ins 20. Jahrhundert eine akademische Ausbildung verwehrt war.

Zu sehen sind rund vierzig Gemälde von verschiedenen Leihgebern, darunter auch aus dem Münchner Lenbachhaus das von Lovis Corinth 1899 in Bernried gemalte „Frühstück in Max Halbes Garten“ sowie „Das Wohnhaus des Künstlers in Ammerland“ von Gabriel von Max, das gleichsam exemplarisch für das sommerliche Lebensgefühl am See steht. Hochkarätige Leihgaben, unter anderem von Johann Jakob Dorner, Wilhelm Trübner und Franz von Lenbach, kommen aus Privatbesitz. Das Museum Starnberger See kann zahlreiche Exponate aus den eigenen Beständen beisteuern und eine Neuerwerbung erstmals vorstellen.

Bilder von der Ausstellung gibt es hier im Blog

KUNSTWERK DES MONATS

Kunstwerk des Monats
Das „Kunstwerk des Monats“ schafft einen Raum der Begegnung an der Schnittstelle zwischen Kunst und Religion, es will Künstler, Kulturschaffende und Kunstinteressierte vernetzen und Menschen über zeitgenössische Kunst miteinander ins Gespräch bringen. Seit Januar 2011 wird immer am zweiten Mittwoch eines Monats im Rahmen eines kleinen Empfangs im evangelischen Gemeindehaus in Berg ein Künstler mit einem ausgewählten Werk vorgestellt.

Wein und Brot sowie ein literarischer, philosophischer oder auch theologischer Text begleiten das Kunstwerk am Abend der Präsentation. Das „Kunstwerk des Monats“ wird von Katja Sebald kuratiert, es ist ein Kooperationsprojekt der Evangelischen Kirchengemeinde Berg mit dem Kulturverein Berg und wird von der Gemeinde Berg gefördert.

Termine im zweiten Halbjahr 2022:

jeweils um 19:30h im Katharina-von-Bora-Haus
Fischackerweg 10 in 82335 Berg

13.07.

Katharina Vollendorf aus Ascholding und Bjarne Geiges aus München

14.09.

Ulrike Hogrebe aus Gollenberg

12.10.

Jozek Nowak aus Pöcking

09.11.

Susanne Posegga aus Berg

14.12.

Alexandra Hendrikoff aus München

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„ZEN, ZERO & CO: abstrakt seit 1949“

Ausstellung im Museum Penzberg vom 30.11.2019 bis 1.3.2020

Im Zentrum dieser Ausstellung steht eine umfangreiche, noch nie öffentlich gezeigte Privatsammlung mit Arbeiten von Künstlern der Gruppierungen ZEN 49 und ZERO sowie ihrem Umfeld. Ergänzt werden die hochkarätigen Exponate durch Leihgaben weiterer Sammler und Institutionen.

Unter dem Eindruck des Krieges und der Kulturbarbarei der Nationalsozialisten wagten im München des Jahres 1949 sieben Künstler einen Neuanfang: Willi Baumeister, Rolf Cavael, Gerhard Fietz, Rupprecht Geiger, Willy Hempel, Brigitte Matschinsky-Denninghoff und Fritz Winter hatten sich mit der Gruppe ZEN 49 das Ziel gesetzt, auf „der Tradition des Blauen Reiters fußend“ die abstrakte Malerei einem breiteren Publikum zugänglich und damit verständlicher zu machen.

ZERO war eine Düsseldorfer Künstlergruppe, die 1958 von Heinz Mack und Otto Piene gegründet wurde, 1961 kam Günther Uecker hinzu. Mack und Piene sahen die Nachkriegskunst „mit einem Übermaß an Ballast befrachtet“. Die Künstler suchten einen neuen Anfang, eine „Stunde Null“, die von der Vergangenheit unbelastet sein sollte. Sie wollten dem aufgezwungenen Drama des Zweiten Weltkriegs und seinen Gräueln eine reinere, heilere Welt entgegensetzen.

Die Ausstellung ist zunächst eine Hommage an die bedeutenden Vertreter der deutschen Nachkriegskunst. Sie will aber auch aufzeigen, welche Entwicklungen aus ZEN 49 und ZERO hervorgegangen sind. Querverbindungen sollen sichtbar gemacht und exemplarisch Linien bis in die Gegenwart gezeichnet werden. Vier zeitgenössische Künstler sind deshalb eingeladen, mit ihren Arbeiten Akzente in der Ausstellung zu setzen.

Bilder von der Vernissage am 29. November 2019 finden Sie hier.

POPUPKUNST IM MARSTALL

PopUpKunst im Marstall

Die Veranstaltung „PopUpKunst im Marstall“ vom 13. bis 16. Oktober 2016 war ein überwältigender Erfolg: Die minimalistischen Holzskulpturen von Gerd Jäger bekamen im ehemaligen Marstallgebäude von Schloss Berg einen großen Auftritt. Innerhalb von nur vier Tagen wurden mehr als siebzig Skulpturen verkauft, weitere zwölf wurden in einem furiosen Finale versteigert. Vom Erlös gingen 1300 Euro an den Bund Naturschutz e.V. als zweckgebundene Spende für Flächenankauf im Landkreis Starnberg. Schon am Vernissagenabend fanden fast die Hälfte der insgesamt neunzig Exponate einen Käufer.

Selbst nach der ausverkauften Lesung von Jürgen Tonkel mit musikalischer Begleitung von Schorsch Hampel am Freitagabend wurde noch Kunst gekauft, ebenso an den insgesamt drei Ausstellungstagen. Bilder von den vier Tagen finden Sie auf der Website von Yearning Communications.

Vom 17. – 19.02.2017 bespielten die Herrschinger Künstler aus dem Einbauschrank das Treppenhaus sowie Gesinderäume des Berger Marstall. Bilder und Berichte finden Sie im Blog.

Vom 23.11. – 26.11.2018 trafen sich Sabine Zimmermann, Hans Panschar und die Silverfish Surfers zu vier Tagen Sturm und Gesang im Saal des Marstall. Sehr schöne Eindrücke von den Tagen finden sich ebenfalls im PopUpKunst-Blog.

Komplott unterm Dach – am 25. – 28.11.2018 stellten Elena Carr, Jonas Beutlhauser, Lea Wilsdorf, Lorenz Schreiner und Marius Meusch in den Räumen von Yearning Communications aus.

„PopUpKunst im Marstall“ ist ein Kooperationsprojekt von Yearning Communications und Katja Sebald

Berger Marstall am See
Mühlgasse 7 in 82335 Berg

Alle Details gibt es auf der PopUpKunst-Website!

Die Oskar Maria Graf-Tage 2017

„Das Bier ist gut hier!“

Oskar Maria Graf (1894-1967) kehrt heim nach Berg

Sein Dorf war für ihn eine Welt, und die ganze Welt war sein Dorf. Obwohl sich Oskar Maria Graf „Provinzschriftsteller“ nannte, ist er heute der einzige bayerische Dichter von Weltrang. Nachdem er 1933 den Nazis sein heroisches „Verbrennt mich!“ entgegengeschleudert hatte, konnte Oskar Maria Graf, der auch im Exil über nichts mehr schrieb als über sein Heimatdorf, dieses ein Vierteljahrhundert lang nicht mehr betreten. Sein in Brünn und New York entstandenes Hauptwerk „Das Leben meiner Mutter“ ist sowohl Weltliteratur als auch ein scharf gezeichnetes Portrait der Provinzgemeinde Berg.

Die Oskar Maria Graf-Festtage 2017, initiiert von Katja Sebald und Dr. Andreas Ammer, haben den Dichter zu seinem 50. Todestag aus der großen Welt in sein Heimatdorf zurückgeholt. Drei Wochen lang im Juni und Juli 2017 konnten über 2.000 Besucher in Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Filmbeiträgen dem nicht immer einfachen Verhältnis von Oskar und Berg nachgehen.

Die Veranstaltungen mit Gerd Anthoff, Josef Brustmann, der Hochzeitskapelle, Wowo Habdank, Friedrich Ani, Judith Huber und vielen, vielen anderen wurden konzipiert, realisiert, organisiert und umgesetzt von Katja Sebald, Andreas Ammer, Elke Link und Jörn Kachelriess mit Unterstützung der Gemeinde Berg.

Detailliertere Infos zu und Bilder von allen Veranstaltungen findet man unter www.omg-berg.de